Kimmich unter matthäus-druck: bayern-kapitän muss ins mittelfeld
Nach dem enttäuschenden WM
-Aus gegen Paraguay hat Lothar Matthäus Joshua Kimmich mit aller Deutlichkeit den Rücken freigegeben. Der Rekord-Nationalspieler sieht im Kapitän vor allem die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen und Fehler einzugestehen – eine Tugend, die Matthäus in seiner Art schätzt.Kimmichs rolle im feuer umstritten
Die Kritik nach dem Elfmeterschießen in Boston war ohrenbetäubend. Dietmar Hamann forderte bereits einen Rücktritt. Matthäus hingegen lehnt diese Forderung entschieden ab. „Ich würde ihm nicht in Frage stellen, ich würde ihm noch mehr Rückenwind geben.“
Der 65-Jährige sieht Kimmichs Stärke in der Rückkehr in die zentrale Rolle im Mittelfeld, wo seine taktische Organisation am besten zum Tragen kommt. „Er muss wieder in der Doppelsechs spielen.“ Das defensive Profil des Innenverteidigers, das in der WM-Partie zu kurz kam, ist demnach tabu.

Klopp sieht die lösung
Bundestrainer Julian Nagelsmann wird sich das Thema auch in einem Treffen mit Matthäus in den USA ansehen. Die Klärung der strategischen Ausrichtung des Teams steht dabei wohl im Vordergrund. Die bayern profitieren von der WM, auch wenn das Abschneiden der Nationalmannschaft hinter den Erwartungen zurücklägt.
Die Forderung nach einem Kimmich-Rücktritt von Hamann wird Matthäus als völlig unangebracht abgetan. „Ein Kapitän muss den Mut haben, Fehler zuzugeben. Das hat Kimmich bewiesen. Das ist es, was ihn auszeichnet.“ Und das, so Matthäus, sei das Wichtigste.